Die 2011 veröffentlichte Studie "Warum ziviler Widerstand funktioniert" der US-Amerikanerinnen Erica Chenoweth und Maria J. Stephan zeigt, dass gewaltfreie Aufstände in betrachteten 323 Konflikten im Zeitraum 1900 bis 2006 weltweit fast doppelt so wirksam waren wie gewaltsame Methoden.
Die Wahrscheinlichkeit einer Demokratie fünf Jahre nach einem Konflikt ist demnach bei gewaltfreiem Vorgehen zehnmal höher als bei der Wahl gewaltvoller Mittel.
Die Wahrscheinlichkeit eines Bürgerkriegs zehn Jahre nach dem Konflikt ist bei der Wahl gewaltvoller Mittel fast doppelt so hoch wie bei der Wahl gewaltfreier Mittel zur Erreichung politischer Ziele.
Gewaltfreie Kampagnen bedingen wesentlich weniger Tote, Verletzte und materielle Zerstörungen
Untersucht wurden verschiedene Methoden zur Erreichung folgender politischer Ziele: 1. Aufstand gegen ein Regime (Ziel Regimewechsel) 2. Besatzungs- oder Unabhängigkeitskampf (Ziel Vertreibung der Besatzer bzw. Unabhängigkeit) 3. Sezessionskämpfe (Ziel Abspaltung eines Teilgebiets von einem Land)
Gründe und Bedingungen für den Erfolg ziviler im Vergleich zu gewaltsamen Kampagnen sind demnach:
1. Die Fähigkeit, die Massen zu mobilisieren
2. Eine geringere Isolierbarkeit der beteiligten Personen
Erfolgsquoten ziviler und gewaltsamer Methoden zur Erreichung politischer Ziele in 323 international untersuchten Konflikten im Zeitraum 1900 bis 2006.
Ziviler Widerstand ist in 323 internationalen Konflikten doppelt so erfolgreich zur Erreichung politischer Ziele wie bewaffneter Widerstand. Die Wahrscheinlichkeit einer Demokratie fünf Jahre nach dem Konflikt ist zehnmal höher bei gewaltfreiem Vorgehen. (Untersuchungszeitraum: 1900 - 2005)
2019 hat Erica Chenoweth weiterführende Erkenntnisse zu den Wirksamkeitsvoraussetzungen zivilen Widerstands unter dem Titel "Das Paradox des gewaltfreien Widerstands im 21. Jahrhundert" veröffentlicht, die u.a. die Erfahrungen der zivilen Widerstände des sog. Arabischen Frühlings wissenschaftlich aufarbeiten.